Kompetenzbeitrag – Projekte agil managen: mit Scrum?

Die allgegenwärtige Anforderung an Unternehmen nach mehr Agilität als unverzichtbare Fähigkeit für Innovationskraft und Wettbewerbsstärke provoziert vor allem Fragen. In aller Munde ist dabei „Scrum“, zur praktischen Umsetzung von Agilität, ursprünglich für Software-Entwicklungsprojekte.

Scrum ist gemäß SCRUM GUIDE definiert als „Ein Rahmenwerk, innerhalb dessen Menschen komplexe adaptive Aufgabenstellungen angehen können, und durch das sie in die Lage versetzt werden, produktiv und kreativ Produkte mit dem höchstmöglichen Wert auszuliefern“ (Vgl. SCRUM GUIDE (2013)).

Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter gleich welcher Ebene möchten wissen:

Was bedeutet es eigentlich, agil (nach Scrum) zu handeln?
> Scrum verstehen


Welchen Nutzen hat Scrum konkret für unser Business?
> Scrum reflektieren


Inwieweit lassen sich Projekte tatsächlich mit agilen Methoden (wie Scrum) managen?
> Scrum anwenden

Anwendungsmöglichkeiten & Erfolgspotenzial

Es lohnt sich, sich mit agilen Ansätzen und deren Anwendungsmöglichkeiten für das eigene Unternehmen zu befassen! Die WIRTSCHAFTSWOCHE hat hierzu sogar die These veröffentlicht: „Agile Unternehmen verdienen mehr“ (Vgl. DÄMON, K. (2017): Agile Unternehmen verdienen mehr, WirtschaftsWoche, Website , Abruf: 16.03.2017).

Erfolgspotenziale identifiziert auch der jährlich erscheinende, frei zugängliche STATE OF AGILE REPORT, der über Trends der agilen Welt berichtet und an dem in 2016 jüngst 3880 Firmen teilgenommen haben. In den letzten 3 Jahren sind als Top-Gründe für den Einsatz agiler Methoden sowohl eine schnellere Produktauslieferung (62%) genannt worden als auch die Fähigkeit, sich an verändernde Bedingungen anpassen zu können (56%). (Vgl. VERSION ONE (2016): The 10th annual STATE of AGILE REPORT, Website: VERSIONONE.COM, Abruf: 17.03.2017)

Populärster agiler Ansatz: Scrum verstehen

Die IAPM (International Association of Project Managers) hat die Publikation „Die Kraft von Scrum – Inspiration zur revolutionärsten Projektmanagement-methode“ als „Book of The Year“ ausgezeichnet (Vgl. WOLF, H.; VAN SOLINGEN, R.; RUSTENBERG, E. (2014)). Dieser Buchtitel bringt auf den Punkt, was bereits seit den 1990er Jahren für immer mehr Verbreitung in agilen Projekten gesorgt hat. Das Agile Manifest (2001) beinhaltet die zentralen Werte und Prinzipien des Denkens und Handelns von Scrum (Vgl. Website: agilemanifesto.org).

Der Begriff Scrum (aus dem Engl. = Gedränge) umschreibt, dass sich die Mitglieder des Scrum Teams im übertragenen Sinne um eine Aufgabe drängen, um diese eng untereinander abzustimmen und für den Kunden zu bearbeiten. Scrum besteht im Wesentlichen aus nur 3 Rollen (Scrum Master, Entwickler-Team, Product Owner), 5 Meetings (Sprint Planning, Daily Scrum, Review, Retrospektive, Backlog Refinement) und 3 Artefakten (Product Backlog, Sprint Backlog, Product Increment). Seit 2010 wird der Scrum Guide als weltweit anerkanntes Grundlagenwerk regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht (Vgl. SCRUM GUIDE (2013)).

Agilität in der Praxis: Scrum reflektieren

In den letzten Jahren sind in Fachkreisen wiederholt vor allem folgende Nutzen agiler Methoden genannt worden: das Managen veränderlicher Anforderungen, Teamproduktivität sowie Projekttransparenz. (Vgl. VERSION ONE (2016): The 10th annual STATE of AGILE REPORT, Website: VERSIONONE.COM, Abruf: 17.03.2017.)

Um sich diese Nutzen möglichst erfolgreich zu erschließen, müssen Scrum Regeln und Rollen jedoch auch wirklich „gelebt“ werden. Dies stellt der sog. Scrum Master als oberster Kümmerer des Scrum Teams sicher. Gerade in Firmen und Projekten, die agiles Projektmanagement erst frisch eingeführt haben, besteht die Gefahr, zu früh wieder vom SCRUM GUIDE abzuweichen und zu behaupten, es würde alles nicht funktionieren. Lernkurveneffekte stellen sich natürlich erst mit der Zeit ein, wenn das Scrum Team mit den agilen Techniken und den Vorgehensweisen vertraut ist. Basis und positiver Nährboden für das Gelingen von Scrum ist eine Firmenkultur, in der die Entscheider des Unternehmens die Einführung agiler Methoden wollen und fördern. (Vgl. BERNHARD, MICHAEL (2016): Maturing Agile – State of Agile: 10. Ausgabe der Studie veröffentlicht, Website: entwickler.de (21.04.2016), Abruf: 28.04.2017).

Agile Einsatzfelder: Scrum anwenden

Die Anwendungsmöglichkeiten von Scrum können branchenunabhängig über den originären Kontext IT / Software-Entwicklung, Agenturen etc. hinausgehen. Neben den Spielregeln von Scrum und der Fachkompetenz der Beteiligten kommt es vor allem auf die persönliche Kompetenz der Mitarbeitenden an. (Vgl. SCHIRMER, UWE M. (2016): Scrum-Entwickler – die unterschätzten Helden der Digitalisierung, 27.07.2016, Website: digitale-exzellenz.de , Abruf: 28.04.2017).

Scrum stellt den Menschen als selbstbestimmt handelnden, denkenden und organisierten Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Bereits bei der Planung eines Entwicklungszyklus wird dies deutlich, welche bei Scrum in zwei aufeinander aufbauenden Meetings (Sprint Planning I und II) erfolgt. Im ersten Meeting wird geklärt, WAS entwickelt werden soll (= Anforderungen des Auftraggebers). Im zweiten Meeting bestimmen die Entwickler auf Basis ihrer Expertise ungestört selber, WIE sie ihre Aufgaben umsetzen. Scrum fordert und fördert die umfassend angelegte Verantwortungsübernahme und das Engagement der eigenen Mitarbeiter.

Projektmanagement mit Zukunft: Hybrid aus agil & klassisch

Über den Einsatz von Scrum in Reinform hinaus wird die sog. Hybridisierung zwischen agilem und klassischem Projektmanagement diskutiert. Nach diesem Ansatz wird propagiert, das Beste aus den beiden „Welten“ (agil und klassisch) zu verknüpfen. In größeren Projekten könne z.B. die Teilprojekt-Organisation klassisch strukturiert erhalten bleiben. Die Meetingkultur in den Teilprojekten könne hingegen agil, z.B. mit 2-wöchigen Kunden-Review-Terminen, täglichen Stand-Up-Meetings etc., ablaufen (Vgl. JUNGWIRTH, KATHRIN (2016): Das Beste aus zwei Welten: Klassische und agile Methoden (21.07.2016), Website: inloox.de, Abruf: 28.04.2017.) Dieser Ansatz ist jedoch auf seine Eignung und passgenaue Ausgestaltung hin firmenindividuell zu prüfen. Es könnte der erste Schritt in Richtung agiles Projektmanagement für diejenigen sein, die derzeit noch skeptisch sind. Es wäre ein Einstieg, ohne dass radikal sofort die komplette Projektkultur umgebaut werden müsste. Von einer weiteren Verbreitung und Zunahme des Hybridisierungsverständnisses ist daher auszugehen.

Vielleicht haben Sie sich parallel bereits die Fragen gestellt:

Was ist für mich und mein Unternehmen passend? Wie agil sind Sie / Ihr Unternehmen bereits heute? Wie lässt sich das eigentlich herausfinden? Mit einem sog. „Agile Readiness Check“ als schnelles, initiales Prüfverfahren basierend auf Scrum lässt sich dies ermitteln und aufbauend kann ein Maßnahmensetting zur bedarfsgerechten Steigerung von Agilität abgeleitet werden.

Dr. Jörn Grapp

Senior Berater 
Certified ScrumMaster ® (CSM) 

Uzuner Consulting GmbH
Website Uzuner Consulting/Scrum: 

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